Montag, 26. September 2011

Brandneu im Kindle-Store: Ein Grab bleibt für den Sheriff - Leseprobe


Ich sah mir die Burschen erst genau an, und schlug dann die Mappe mit den Steckbriefen auf. Der Bursche rechts vom Padre mochte vielleicht gerade zwanzig Jahre alt sein. Er lächelte und blieb ganz ruhig sitzen. Der zu seiner Linken, dem Gesicht nach in den Vierzigern, wurde sichtbar nervöser. Schweißtropfen traten auf seine Stirn, während ich Steckbrief um Steckbrief umblätterte. Ich kannte natürlich meine Steckbriefe und wusste, dass ich die Gesichter der Männer darunter nicht wiederfinden würde. Aber sie wussten das nicht, und ich hielt die Mappe mit den Steckbriefen so, dass sie nicht hineinsehen konnten. Bei einem Steckbrief hielt ich inne und sah mir den nervösen Burschen noch einmal ganz genau an.

Dann sagte ich „Wen haben wir denn da?!“

Der Bursche sprang abrupt auf. Sein Stuhl kippte hinter ihm zu Boden. Seine Hand ging zu seinem Revolver, und ich sah, wie er in einer oft geübten Bewegung mit dem Daumen den Hahn spannte, während er den Revolver aus dem Holster riss. Er hatte die Waffe fast in Anschlag gebracht, als mein Schuss krachte.

Er war augenblicklich tot. Halb erwartete ich, dass der Padre oder sein anderer Begleiter versuchen würden, ihrem Kameraden zu Hilfe zu kommen, doch beide hoben die Hände über den Tisch und der Padre sprach „Ich bin untröstlich, Sheriff. Ich habe nicht den geringsten Argwohn gegen diesen Mann gehegt. Zu mir ist er stets redlich und aufrichtig gewesen. Ich hoffe, dieser Zwischenfall trübt nicht das Bild, das Sie von meiner Integrität als Mann Gottes haben.“

„Bei der Auswahl Ihrer Begleiter hatten Sie wohl nicht die Führung Gottes.“

„Selbst unter den zwölf Aposteln gab es einen Judas Iskariot“, entgegnete der Padre.

Aus Ein Grab bleibt für den Sheriff - Als Kindle-E-Book für 1,39 €*

*inklusive Mehrwertsteuer

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