Mittwoch, 14. September 2011

Zwei Tagesritte von El Paso - zum Reinschnuppern


Dass ich in El Paso einen Mann über den Haufen geschossen habe, tut eigentlich nichts zur Sache. Aber erzählen muss ich es doch, denn wenn jemand erst später davon erfährt, könnte er sonst leicht auf den Gedanken kommen, es sei alles ganz anders gewesen, und ich sei bloß die zwei Tagesritte weit nach Diggers Tomb galoppiert, um zu türmen, und alles andere hätte dann der Teufel gefügt. Aber so war es nicht.

Also fange ich damit an: Ich habe in El Paso einen Mann über den Haufen geschossen, Hank Foster war sein Name. Ich habe ihn erschossen, und ich habe dafür bezahlt. Fünf Dollar, um genau zu sein.

Das war ein Batzen Geld, den einem der Sheriff abnahm, wenn er einen dabei ertappte, dass man einen Revolver im Dancing Flamingo trug. Und dass ich den Revolver im Dancing Flamingo getragen hatte, war ja spätestens klar, als es knallte und Hank Foster wie ein blutendes Schwein auf den Kartentisch fiel und noch ein bisschen Blut auf die Dollarbündel kotzte, bevor er aufhörte zu röcheln. Dann lag er still da, mit ausgebreiteten Armen, und jeder konnte die Asse sehen, die er noch in seinen Ärmeln stecken hatte. Ich sammelte die Geldbündel ein, gab dem Wirt, was ich ihm schuldete, dem Sheriff seine fünf Dollar, und noch ein kleines Bündel Geld, das ich nicht gezählt habe, damit sie Hank Foster in eine Kiste packen und unter die Erde bringen konnten. Wie gesagt, ich bin nicht getürmt, ich musste nicht türmen, denn ich war ja niemandem etwas schuldig geblieben.

Aus Zwei Tagesritte von El Paso - Als Kindle-E-Book für 0,99 €*

*inklusive Mehrwertsteuer

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