Dienstag, 20. Dezember 2011

Wenn der Bulle den Kopf senkt... - zweite Leseprobe!

Wer den Bullen reizt... - noch lässt der von Amazon bereitgestellte "Blick ins Buch" auf sich warten. Unkompliziert hinein schmökern könnt Ihr deshalb erst mal hier:

Foto: Candie N (CC by 2.0)
„Der Sheriff will offenbar nicht mehr für unsere Sicherheit sorgen. Deshalb sage ich: Wählen wir noch heute einen neuen Sheriff!“ Während die Gruppe von Schwarzen erschrocken in meine Richtung blickte, ließen die meisten der übrigen ein zustimmendes Gemurmel hören. 

„Ihr habt es gehört!“, ergriff Piercington erneut das Wort, „Ich schlage Mister Luke MacGregor als neuen Sheriff vor! Wer für die Abwahl von Mister Al Thomas ist und meinem Vorschlag zustimmt, erhebe jetzt die Hand!“

Meine Niederlage war überwältigend. Sogar zwei der Schwarzen stimmten für meine Absetzung, und unter den Weißen waren es allein Headly und Jenny, die Piercingtons Vorschlag nicht zustimmten. Wenn ein Mann dir ins Gesicht schlägt, dann kannst du ihn verprügeln. Aber was tust du, wenn eine ganze Stadt dir ins Gesicht schlägt? Ich riss mir den Sheriffstern von der Brust, und warf ihn Luke zu. Dann stand ich auf, und ging in Richtung Ausgang. 

„Al Thomas“, hörte ich Lukes Stimme hinter mir, „ich verhafte dich wegen des ungeklärten Todes von Gary Coreman.“

Ich drehte mich um und ließ meine Hand über dem Colt schweben, der in meinem Holster steckte. Luke hatte den Fehler gemacht, die Verhaftung auszusprechen, ohne dabei eine Waffe in der Hand zu halten. 


Eisige Stille breitete sich aus. Der Moment, in dem Luke nach seinem Revolver griff, wäre sein letzter. Aber er stand nur da, seine Augen flackerten und wanderten hilfesuchend zu Piercington, der drei oder vier Fuß neben ihm stand.

Ich war eindeutig in der besseren Position: Vorn, wo sich Luke und Piercington befanden, war das meiste Licht, aber zwischen den Kirchenbänken, auf halbem Weg zur Tür, war es eher düster. Doch ich hatte ohnehin nicht vor, Luke so lange am Leben zu lassen, bis er einen Schuss anbringen konnte. 

Piercington musste meine Gedanken erraten haben. Er erwiderte Lukes Blick und schüttelte kaum merklich den Kopf. 

„Ich verhafte dich“, berichtigte sich Luke, „wenn du das nächste Mal diese Stadt betrittst. Ich fordere dich auf, Alamosa vor Sonnenaufgang zu verlassen.“

„Ladies und Gentlemen“, verabschiedete ich mich, während ich langsam rückwärts bis zur Tür ging, „ich wünsche Ihnen viel Freude mit Ihrem neuen Sheriff. Wie Sie sehen konnten, ist Mut sein zweiter Vorname.“ Dann hatte ich die Tür erreicht, ging hinaus und ließ sie krachend hinter mir ins Schloss fallen.

Als ich den geweihten Boden des Gotteshauses hinter mir gelassen hatte, gab ich ein paar Flüche zum Besten, die mir irgendetwas zwischen sieben Jahren Fegefeuer und ewiger Verdammnis einbringen dürften. 

„Al!“, hörte ich Jennys Stimme hinter mir. Sie hatte die Bürgerversammlung wohl nur einen Augenblick nach mir verlassen. Ich drehte mich zu ihr um und wartete, bis sie mich eingeholt hatte. Ich weiß nicht, woran es genau lag, aber von dem Moment an, als ich ihre Stimme hörte, war mir nicht mehr nach Fluchen zu Mute. 

„Was wirst du jetzt tun?“

„Na ja, die bösen Jungs wird in Zukunft ein anderer jagen. Und da Steaks nicht auf Bäumen wachsen, werde ich mir wohl einen neuen Job suchen müssen. Ich habe da schon etwas im Sinn, aber jetzt muss ich erst mal Tylers Satteltaschen packen.“

„Dauert das lang?“, fragte sie, und in ihren Augen funkelte jene Herausforderung, die ich schon bei unserer ersten Begegnung gemocht hatte. 

„Ein paar Kleidungsstücke, ein paar Dollar, ein paar Habseligkeiten – ich reise mit leichtem Gepäck. Bis ich alles verstaut habe, dauert es sicher keine halbe Stunde.“

„Und morgen früh verlässt du Alamosa“, stellte Jenny fest. „Ich hätte da eine Idee, wie wir die Zeit bis zum Sonnenaufgang sinnvoll nutzen können.“

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